www.rebekka-goldbach-venetian.de

Dies ist die Website von Rebekka Goldbach*Venetian

 


REBEKKA WEINT, REBEKKA LACHT, REBEKKA LEBT.
SIE SINGT, SIE SAGT

SIE SAGT:
MOORLAND * MOORLAND * MOORLAND
NACHT UND TAG BEGEGNEN SICH
AM HORIZONT REITET GOLEM
AUF DEM KIDRON SCHWIMMEN KAKTUSBLÜTEN
ABER REBEKKAS STACHEL STICHT
UND IHR HERZ PULSIERT
WIE VULKANADERN
FLIESST IHRE LIEBE
GEGEN DEN STROM
.

© BaLo '98

Rebekka Goldbach*Venetian ist ein Pseudonym

von Barbara BaLo* Lorenz, siehe http://www.balo-kreativ.de

 

Rebekka ist ein Teil ihrer Seele. Sie steht im World Wide Web für BaLo*s humanistisches, künstlerisches, Menschen und Herzen verbindendes, auf zu heilende Wunden hinweisendes Engagement. Sie weist hin auf Menschenschicksale, die nicht vergessen werden dürfen. Sie fordert auf, das Unheil zu bannen, das die Welt immer wieder zu gebären droht: Nie wieder Faschismus... ganz gleich wo oder wie auf unserer Erde! Sie vertritt Etty Hillesums (1914-1943) Maxime vom "denkenden Herzen" als Weg und Möglichkeit, die Welt immer wieder retten zu helfen: Und wenn es die Welt in einem einzigen Menschen ist, so ist schon guter Same gelegt!

 

Immer wieder neu anfangen.

Hoffnungsstur das Gute

suchen und mehren helfen

hilft uns allen - zu leben

duftende Blüten zu treiben

vielfältige Frucht zu bringen in gemeinsamem Sein

bunt und facetten*reich

mit Herzlichkeit -

und offen

für einander.

 

  

 

SARAHS EWIGKEIT

oder das Lied der Liebe im Birkenhain

Dunkle Nacht. Kaum Sterne über der Baracke. Ein scharfer Wind singt um die Ecken. Schweres Atmen liegt in der Luft. Kein Hauch von Hoffnung, scheint es. Und als ich mich umwende, erblicke ich Sarah. Sie steht vor mir und schaut mir in die Augen.

Sie sagt nichts, sondern hält mir nur stumm ihren Blick hin, bis ich sie in die Arme nehme und wiege.

"Sarah, mein liebes Kind", weine ich in ihre zerbrechlichen Schultern, und weiß mit einem Male wieder, wie sanft sie sich anfühlte, wie warm sie roch. Wie sehr ich sie vermißt habe!

"Mama", schluchzt sie. "Warum hast Du es nur zugelassen?"

Ich kann es ihr nicht sagen. Es gibt keine Entschuldigung. Ich war ihre Mutter, und ich habe sie nicht beschützt. Es gibt kein Zurück, - und keinen Trost für unseren Schmerz.

"Sarah...", flüstere ich ihr ins Ohr. "Ich liebe dich." Doch da löst sie sich von mir und tritt ein Stück weg von mir.

"Ich muß gehen, Mama. Ich kann nicht bleiben. Du weißt, daß ich tot bin. Nichts bringt mich wieder."

Ich lasse die Arme sinken und muß mit ansehen, wie sie in der Dunkelheit der Nacht verschwindet. Mein Mond geht hinter den Wolken unter, und Finsternis umgibt mich. Ich habe mein Kind nicht bewahren können. Als sie von mir gerissen wurde und in den Tod geworfen, da war ich selbst eine Sklavin der Ohnmacht.

Dann tritt der Morgen ein, und ich erwache mit wunden Augen und weher Seele. Da ist er wieder, der Schrei. Aber er löst sich Stück für Stück auf zu einer Erkenntnis, zu Worten, zu einem Weg:

Zuvor, ehe das Unheil begonnen hatte,... hätte ich noch etwas tun können. Wir: Du und ich, wir alle hätten Sarahs Leben schützen können. Sarahs, Abrahams und all der anderen, Millionen von Menschenkindern. Aber wir haben gezögert. Wir haben nicht klar gesehen. Wir wollten nicht wahrhaben, daß der Teufel in unserem Land zu tanzen anfing.

Wir haben Klavier gespielt und schöne Verse rezitiert und unsere blauen Augen abgewandt, als wir hätten hinsehen und reden müssen. Das Böse schleicht sich erst lautlos an und tarnt sich gut, bis es eskaliert. Aber es ist nicht gänzlich unsichtbar und unvernehmbar. Es gibt Laut und hat ein Gesicht.

Wir haben uns abgewandt, bis es sich uns griff in der wütenden Umklammerung einer losgelassenen Bestie. Und dann mußten wir direkt hineinsehen, in das Auge des Scheusals, dem wir uns nicht mehr entwinden konnten.

Frühling um Frühling

später

schrei ich den

Schrei....

und ich weiß nun, ‘1000’ Jahre sind eine lange Zeit, aber eine Sekunde im Angesicht der Unwiederbringlichkeit... Die kleine Sarah kommt nicht wieder! Mein Kind, das sie war. Aber der Grausige kommt zurück, - wenn wir ihn nicht bannen.

Von was man träumen kann. Bis man die Augen auftut und das Herz sprechen läßt: So wird ein Traum zum Wegweiser.

Im Birkenhain klingt Rebekkas Lied. Es ist mein Lied. Ich singe es laut, denn ich möchte, daß Freesien und Hyazinthen duften für alle, - daß das Leben ein Synonym für Liebe wird. Daß wir mit Tränen der Freude auf unseren Wangen jubeln können:

Die, die ich liebe, die leben, und das Untier ist tot.

 

 

 

MEIN FRIEDENSLIED FÜR MENDEL ALIVE & MAX SELIG

Am Beinhaus

von Fort Douaumont

stand ich als Jugendliche

und sah mit meinen Kinderaugen

das Grauen

Menschenknochen

abgelagert bis in den Turm

hinaus ein Schrei

aus tausendfachen Schicksalen

gewebt

die Bajonette der Verschütteten

ragen noch aus dem Boden

verbrannte Erde

so weit der Blick reicht

weiße Kreuze

darunter tote junge Männer

vieler Länder

vermischt und gleich

im Fallen und Verfallen

die Söhne

die Geliebten

die Väter

so viel Hoffnung

für die Welt

einfach ausgelöscht

in senfgasender Zeit

Masken aus Gummi verrotten

im Acker noch heute

Granaten

die Bauern zerfetzen

mitten im Frieden

Stellungskrieg

und Nie-Vergessen

machten mich

zu einem Rufer

nach Frieden

und niemals wieder

Krieg...

heute

60 Jahre nach dem Anfang

eines weiteren Krieges

bin ich Witwe des Friedenstäuberichs

bin ich Rebekka jenseits von Auschwitz

bin ich die Augen

der Kinder...

der Auftrag

des dichtenden Menschen:

Salz zu sein und Hand

die über Gräben und Gräber

hinüberreicht

zur Berührung

von Fragen

und Seelen

um im Verbinden

Hoffnung zu sein

die Hoffnung der Welt

 

 


Aufsatz für die Anthologie im wort und mensch VERLAG, Waltraud Weiß, Köln, http://www.wortundmensch.de, mit dem Titel "Unsere Vorbilder, von Else Lasker-Schüler bis Durs Grünbein", mit Beiträgen von 75 Autorinnen und Autoren und Bildern von Margret Wohlfarth und Traute Bühler-Kistenberger. Preis DM 25,-. ISBN 3-9806002-1-1

für ETTY HILLESUM
in ehrendem, lebendigem Andenken an ein denkendes und wahrhaft gut handelndes Menschenherz


 Bitte und Aufruf!

Barbara BaLo* Lorenz unterstützt die "Stiftung Deutsches-Holocaust-Museum", die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Holocaust-Museum, Zentralmuseum gegen Verbrechen wider die Menschlichkeit zu schaffen. Es soll eine Arbeits-, Gedenk- und Forschungsstätte

für Frieden und Humanität werden.

Bitte unterstützen auch Sie diese gute und notwendige Initiative!

Stiftung Deutsches-Holocaust-Museum", Dr. Hans-Jürgen Häßler

Trierer Str. 6, D- 30173 Hannover, Tel./Fax 0511-8093497

 

© BaLo* Barbara Lorenz, Penzendorfer Str. 98 A, D - 91126 Schwabach


V.i.S.d.P./ copyright by:  Barbara BaLo* Lorenz, Penzendorfer Str. 98A, D-91126 Schwabach, Germany, E-Mail: balodiba@yahoo.de
Homepage: http://www.blatt-gold.com/, Tel. +49(0)9122-638443, Mobil: +49(0)171-1982151

Disclaimer


BaLo vom Goldstern zaubert mit Blattgold!
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Copyright © Barbara Lorenz (BaLo) letzte Änderung: 10.11.2004